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Garten Eden 2.0

Identifizierung mit Gruppen ermöglicht Menschen das Gefühl vom wohl wichtigsten emotionalen Grundbedürfnis – der Zugehörigkeit. Als Mitglied einer Gruppe identifiziert werden zu können und trotzdem mit Individualität, dem Gebot des 21. Jahrhunderts, zu bestechen, wird zum alltäglichen Spagat. Längst ist der Grossteil der westliche Gesellschaft säkularisiert, Religionen und damit ihre Gemeinschaften und Werteordnungen wurden weiträumig zu Relikten in Geschichtsbüchern. Doch welche Systeme vermochten die Lücken dieses Entschwundenen zu schliessen? 

Kapitalismus und Konsum haben sich wechselwirkend mit dem Abbau von Religiosität als sozial und ökonomisch zeitgenössischen Konsens manifestiert. Soziale Millieus und unser Ich-Konzept fordern Konsumhaltungen als Repräsentation unseres Seins – eine Glaubensfrage. Der Kauf wird zum täglichen Ritual, Werbung konstruiert moderne Mythen und Moralkonsum wird zum Ablasshandel der Gegenwart.

Das Themenheft umfasst essayistische Auseinandersetzungen unterschiedlicher Autorenschaft mit dem Konstrukt des Konsumismus als verweltlichte Konfession. Fotografien behandeln den Diskurs visuell und irritieren mit provozierter Disharmonie von Inhalt und Ästhetik. BA Arbeit VC ZHdK, Mentorat von Thomas Wolfram und Claudio Gasser, 2020


Mentor